Zum Hackerangriff auf u.a. Abgeordnete des Deutschen Bundestages sowie die im Bundestag vertretenen Parteien erklärt Jimmy Schulz MdB (FDP), Vorsitzender des Bundestagsausschusses Digitale Agenda:

Wir müssen uns der harten Realität stellen: Diese Art der Hackerangriffe und Datenleaks sind leider kein Novum mehr und wird es in Zukunft öfter geben. Betroffen sind dabei nicht nur Politiker und Prominente, sondern jeder, der online kommuniziert und Daten verbreitet – also alle Bürgerinnen und Bürger. Gerade weil es eine der zentralen staatlichen Aufgaben ist, die Privatsphäre der Menschen zu schützen, müssen wir dies zum Anlass nehmen, uns fraktionsübergreifend für die IT-Sicherheit Deutschlands einzusetzen. Es wird Zeit, dass IT-Sicherheit bei allen Parteien zur Priorität erklärt wird!

Deswegen habe ich mit der FDP-Fraktion bereits im November einen Antrag zum „Recht auf Verschlüsselung“ in den Deutschen Bundestag eingebracht. Natürlich ist dies nur ein Teil der Lösung. Trotzdem muss der Staat den Bürgern ermöglichen, ihre Kommunikation zu verschlüsseln, um dem Grundrecht auf Privatsphäre auch in der digitalen Welt Geltung zu verschaffen. Verschlüsselungstechnologien sind seit Jahrzehnten ausgereift und erprobt. Wir müssen hier nun gesetzliche Mindeststandards definieren. Deshalb haben wir einen Antrag eingebracht, in dem wir fordern, Telekommunikations- und Telemedienanbieter dazu zu verpflichten, ihre Dienste standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt anzubieten.

Darüber hinaus darf der Staat selbst nicht an der Schwächung der IT-Sicherheit arbeiten: Wir fordern daher ein Bekenntnis der Bundesregierung gegen gesetzliche Beschränkungen oder Verbote kryptographischer Sicherungssysteme. Wir erwarten weiterhin die Abkehr vom Prinzip der Offenhaltung von sogenannten „Hintertüren“ im IT-Bereich und eine klare Aussage, sich nicht an digitalen Grau- und Schwarzmärkten für Sicherheitslücken zu beteiligen. Jede Sicherheitslücke, die unser Staat ausnutzt, kann auch von anderen Angreifern genutzt werden. Daher muss die Bundesregierung sich verpflichten, Sicherheitslücken sofort zu schließen und nicht für eigene Zwecke – so gut gemeint sie auch sein mögen – offen zu halten.

Aber auch jeder Einzelne kann etwas tun, um sich vor Datendieben zu schützen. So sollten regelmäßig Passwörter geändert werden und auf keinen Fall für alle Dienste das gleiche Passwort genutzt werden. Auch bei der Wahl des Messengers gilt es, darauf zu achten, dass dieser die Kommunikation sicher Ende-zu-Ende verschlüsselt und keinen Zugriff auf das Adressbuch des eigenen Telefons erzwingt. Eine ausführlichere Beschreibung, wie ich mich vor Datendieben schütze, gibt es hier: http://jimmy-schulz.de/2019/01/04/so-schuetze-ich-mich-vor-datendieben-2/